Mit 45 € (Fankategorie), 80 € (Kategorie 3), 150 € (Kategorie 2) und 195 € (Kategorie 1) ruft der DFB für die Eintrittskarten zum Pokalfinale einmal mehr Mondpreise auf.
Betrachtet man den Stadionplan wird deutlich, dass unverhältnismäßig große Teile des Stadions in die teuren Kategorien 1 und 2 klassifiziert wurden.
In der „günstigsten“ Kategorie, die mit 45 € selbst die Preise der UEFA übertrifft (25 € für die „günstigste“ Kategorie im Finale der Conference League und 40 € im Endspiel der Europa-League), gibt es das mit Abstand geringste verfügbare Kartenkontingent.
Für beide Fanlager wurden gerade einmal jeweils 2 von insgesamt 169 Stadionblöcken in die „günstigste“ Fankategorie eingruppiert. Eine verschwindend geringe Anzahl.
Der Stadionplan, der die Verhältnisse der einzelnen Preiskategorien ersichtlich werden lässt, ist vom DFB nicht im Rahmen der Ticketmodalitäten transparent veröffentlicht worden.
Sollte hier etwa im Unklaren gelassen werden, dass die sogenannte „Fankategorie“, die ja eine Fannähe implizieren soll, nur gerade in einer solchen Anzahl angeboten wird, um sie ins öffentliche Schaufenster stellen zu können?
Wenn dem Großteil der Fans beider Vereine folglich nur Karten für 80, 150 oder gar 195 € offeriert werden konnten, ist die offiziell ausgerufene Fankategorie für 45 € nicht mehr als ein Feigenblatt.
Diese bei einem Preis von 45 € als Fankategorie zu betiteln, ist ohnehin zynisch. Mit der Fankategorie verbindet die breite Mehrheitsgesellschaft im gesamten deutschen Fußball, an nahezu allen Standorten und seit mehr als einem Jahrzehnt, Preise, die der allgegenwärtigen Kampagne „Kein Zwanni für ein Steher“ Rechnung tragen (unabhängig davon, ob offiziell Stehplätze ausgewiesen werden). Nur nicht beim gemeinnützigen DFB?
Ein weiterhin um gesellschaftliche Akzeptanz ringender Verband zeigt sich damit wiederholt und trotz gegenteiliger Beteuerungen maximal entfernt von der Lebensrealität vieler normalsterblicher Fans, deren Alltag in vielen Lebensbereichen ohnehin einer erheblichen Teuerung ausgesetzt ist, während zugleich das zur Verfügung stehende Geld (z.B. Einkommen) nicht bzw. bei weitem nicht in diesem Maße Schritt hält.
Von der Zukunft des Fußballs, den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ganz zu schweigen. Zwar werden Familienblöcke ausgewiesen, deren ohnehin geringe Anzahl im Vergleich zum Vorjahr jedoch auch nochmal reduziert (6 statt 7 von 169 Blöcken) und in eine teurere Kategorie überführt wurde (wie übrigens auch die Kategorie 3 zu Lasten der um 70 € teureren Kategorie 2 um zwei Blöcke reduziert wurde), sonst gängige Ermäßigungen werden jedoch nicht gewährt.
Während der DFB sonst bei nahezu jeder anderen Veranstaltung für Schüler, Studenten und einige weitere Ermäßigungen anbietet, will er beim zur Prestige-Veranstaltung stilisierten Pokalfinale maximal Kasse machen und vergisst jegliche gesellschaftliche Verantwortung. Wer nur auf das marktwirtschaftliche Argument der Exklusivität eines Finalspiels achtet, kann jedenfalls keinesfalls für sich in Anspruch nehmen, für einen sozialverträglichen Fußball zu stehen.
Der DFB, der vor kurzem die horrenden Preise der FIFA monierte, verpasst es einmal mehr, vor der eigenen Haustüre mit gutem Beispiel voranzugehen.





